Alter Leuchtturm Travemünde in alle Welt

 

Travemünde 19.08.2006 | Funkamateure aus Lübeck und Travemünde funken den Namen des alten Leuchtturmes Travemünde in alle Länder der Erde. Claudia Schmäing, Pächterin des alten Leuchtturms, freut sich über die muntere Schar der Funkamateure. Sie tragen am Wochenende vom 20.-21. August mit Anrufen an andere Leuchttürme rund um die Uhr dazu bei, Travemünde und seinen einmaligen Leuchtturm weltweit bekannt zu machen. In der Sprache der Funker hört sich das auf Kurzwelle so an: „Lighthouse bzw. Leuchtturm Travemünde, DL0TO, ruft und geht auf Empfang“ – und dann wird es spannend, welcher Leuchtturm oder andere Funkamateur an einer kurzen Funkverbindung und dem Austausch von Namen und einigen Informationen interessiert ist.

v.l.n.r. stehend Claudia Schmäing, Pächterin des Alten Leuchtturms Travemünde, Klaus Morgenroth, DG8LBB, Klaus Peter Siodla, DK6XY, Norberg Hoefs, DL1HCN, Achim Holz, DK9HA, sitzend v.l.n.r. Jan Schroller, DO6JSC, Jürgen Schmeckebier, DL4HAJ. Foto: KARL-ERHARD VÖGELE

 

Im Jahre 2005 nahmen in aller Welt 282 Leuchttürme, Feuerschiffe und Museumsschiffe aus 48 Ländern an dieser als Wettbewerb ausgestalteten Funkaktivität teil. Es macht nicht nur Spaß, mit Kollegen auf einem Leuchtturm in Thailand oder Miami zu sprechen, nein die Funkamateure leisten harte Arbeit. Denn alles muss stimmen: die technische Ausrüstung der häufig selbst gebauten Funkanlagen, Antennenkonstruktion und das Drum und Dran mit PCs und Notstromaggregat.

v.l.n.r. Jan Schroller, DO6JSC schreibt das Logbuch und Jürgen Schmeckebier, DL4HAJ bei einer Funkverbindung am Funkgerät. Foto: KARL-ERHARD VÖGELE

 

Funkamateure sind Fachleute, die nach umfassender Ausbildung und abgelegter Prüfung bei der Behörde eine internnational nur einmal vorhandene Kennung zugeteilt bekommen, nämlich ihr ganz persönliches Rufzeichen. Auch Clubstationen wie die Clubstation DL0TO haben so ein Rufzeichen, das an diesem Wochenende sozusagen dem Leuchtturm in Travemünde gehört.


Jürgen Schmeckebier bei Arbeiten an der Antenne oben auf dem Leuchtturm. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

 

Weltweit werden die getätigten Funkverbindungen ausgewertet und jene Funkstationen welche die meisten Verbindungen nachweisen können, werden durch ein Diplom ausgezeichnet. Funkamateure tragen mit ihrer Aktivität dazu bei, an diese Wegweiser und Symbole der Schifffahrt zu erinnern, deren ursprüngliche Funktion immer mehr von moderner Technik übernommen wird.

Menschen verbinden Leuchttürme mit Romantik, Träumen, Fernweh und Sicherheit. Leuchttürme stehen aber auch für technische und wirtschaftliche Entwicklung von Handel und Schifffahrt. Der gute alte Leuchtturm in Travemünde kann darüber Geschichten aus vielen Jahrhunderten erzählen. Dank den Funkamateuren, die dazu beitragen, dass diese erhabenen Symbole der Schifffahrt nicht in Vergessenheit geraten. KEV

Quelle: Travemünder Mövenpost